Professionell präsentieren: Warum der erste Schritt immer beim Publikum beginnt 

31. August
Professionell präsentieren: Warum der erste Schritt immer beim Publikum beginnt
Über Verena Tschudi

Verena Tschudi ist die Gründerin der Female Leaders Academy und Herausgeberin des Podcasts "Level me up! - für alle, die mehr wollen im Leben" einem, der erfolgrerichsten Podcasts im deutschsprachigen Raum zum Thema berufliche und personliche Weiterentwicklung.

Als Coach und Mentorin hat die gebürtige Österreicherin bereits mehreren hundert Frauen geholfen, ihre Laufbahn selbstbestimmt zu gestalten und ihre Ziele zu erreichen.


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Souverän. Selbstbewusst. Erfolgreich.

Podcast "Level me up!"

In dem Podcast "Level me up!" teile ich meine Erkenntinisse und Erfahrungen als Manager, Working Mom und Coach.

Er richtet sich an alle, die mehr wollen im Leben: Mehr berufliche Erfüllung, mehr Erfolg, bessere Beziehungen und mehr persönliches Wachstum.

Im Job sind es oft nicht die langen Arbeitsstunden, die den Unterschied machen, sondern diese wenigen entscheidenden Minuten: eine Präsentation. Vielleicht geht es um ein Projekt-Update, vielleicht um ein Meeting mit der Geschäftsleitung oder ein Pitch für ein neues Vorhaben. Und genau hier entscheidet sich häufig, ob wir die nächste Chance bekommen, ob wir wahrgenommen werden – oder eben nicht. Eine einzige 10-Minuten-Präsentation kann mehr für deine Karriere tun als ein ganzes Jahr Überstunden. 

Doch wie gelingt es, in dieser kurzen Zeit wirklich souverän, klar und überzeugend zu wirken? Viele starten ihre Vorbereitung an der falschen Stelle: Sie öffnen PowerPoint und starren auf eine leere Folie. Dabei hat das mit Präsentieren noch gar nichts zu tun. Wenn du wirklich professionell auftreten willst, brauchst du zuerst eine Klarheit darüber, wie du dich selbst, dein Thema und dein Publikum in Beziehung setzt. 

In diesem Artikel erfährst du, welche entscheidenden Gedanken du dir vorab machen solltest – und warum genau diese Vorarbeit deine Präsentation auf ein komplett neues Level hebt. 

PowerPoint ist nicht präsentieren 

Die meisten beginnen ihre Vorbereitung direkt mit Folien. Doch eine Präsentation ist kein Foliensatz. Sie ist ein Auftritt, eine Begegnung mit deinem Publikum. Dein erster Schritt sollte deshalb nicht am Computer stattfinden, sondern mit einem leeren Blatt Papier. 

Stell dir ein Dreieck vor. An der Spitze stehst du – die Rednerin. Links unten befindet sich dein Publikum. Rechts unten steht dein Thema. Dieses Dreieck zeigt dir: Präsentieren bedeutet, diese drei Elemente miteinander zu verbinden. 

Wenn du dir bewusst machst, welche Beziehungen zwischen diesen drei Ecken bestehen, wirst du merken, wie viel leichter dir später die Struktur, der Inhalt und sogar dein Auftritt fallen. 

Deine Beziehung zum Thema 

Frage dich zunächst: Was habe ich persönlich mit diesem Thema zu tun? Warum ist es mir wichtig? 
Vielleicht erkennst du dabei sogar, dass dir nicht das ursprüngliche Thema, sondern ein Aspekt davon wirklich am Herzen liegt. Das ist eine wertvolle Erkenntnis, denn nur wenn du innerlich klar bist, kannst du dein Publikum überzeugen. 

Außerdem solltest du dir überlegen: Was will ich mit diesem Thema erreichen? Möchte ich informieren, inspirieren, überzeugen oder vielleicht auch zur Diskussion anregen? Und noch wichtiger: Was soll mein Publikum nach meiner Präsentation denken, fühlen oder tun? Diese Fragen sind der Schlüssel, um deinem Vortrag einen klaren Fokus zu geben. 

Dein Publikum und das Thema 

Der nächste Blick gilt deinem Publikum. Wer sitzt im Raum? Welche Vorkenntnisse bringen sie mit? Sind sie Experten auf deinem Gebiet oder hören sie zum ersten Mal von dem Thema? 

Auch entscheidend: Welche Erwartungen haben sie? Mit welchen Problemen oder „Pains“ kommen sie? Wenn du diese Fragen beantworten kannst, gestaltest du deine Präsentation so, dass sie nicht an den Bedürfnissen der Zuhörer vorbeigeht. 

Viele Fehler entstehen genau hier: Wir reden aus unserer eigenen Perspektive und packen alle Details hinein, die wir selbst spannend finden. Doch das Publikum ist an einem anderen Punkt. Vielleicht überfordert es die Masse an Informationen – oder sie langweilen sich, weil das Wesentliche nicht herauskommt. 

Deine Beziehung zum Publikum 

Nun geht es um dich als Rednerin im Verhältnis zu den Zuhörern. Kennen sie dich schon? Wenn ja, mit welchem Bild? Gibt es Hierarchien, die du beachten musst – etwa Vorgesetzte, die im Raum sind? 

Mindestens genauso wichtig ist: Wie willst du wahrgenommen werden? Willst du als Expertin gesehen werden, als inspirierende Vordenkerin oder als Kollegin auf Augenhöhe? Dieses Bild kannst du bewusst gestalten – und es wird genauso in Erinnerung bleiben wie dein Thema selbst. 

Denn Präsentationen sind nie nur Fachvorträge. Sie sind immer auch Selbstpräsentationen. Dein Publikum bewertet nicht nur deine Inhalte, sondern dich als Person. 

Der Kontext deiner Präsentation 

Zum Dreieck kommt noch ein vierter Aspekt hinzu: der Kontext. 

Frage dich: Unter welchen Rahmenbedingungen findet meine Präsentation statt? 
Ist es das erste Meeting am Morgen, wenn alle noch müde sind? Ist es ein Freitagabend, an dem die Konzentration sinkt? Gibt es politische oder wirtschaftliche Themen, die den Raum füllen? Oder vielleicht ganz banal: Schneit es an diesem Tag zum ersten Mal im Jahr und alle sind gestresst, weil sie im Stau standen? 

All diese Faktoren beeinflussen, wie dein Publikum dir zuhört. Wenn du sie im Blick hast, kannst du dich darauf einstellen. Vielleicht brauchst du einen besonders aktivierenden Einstieg. Vielleicht solltest du die Länge kürzen oder die Energie bewusst hochhalten. 

Warum diese Vorarbeit alles verändert 

Vielleicht denkst du jetzt: Das klingt nach viel Denkarbeit. Aber genau dieser Schritt entscheidet, ob deine Präsentation wirkt. 

Wenn du vorher über diese Beziehungen nachdenkst, weißt du später automatisch: 

  • Wie du dein Publikum abholst. 
  • In welchem Ton du sprichst – eher wissenschaftlich oder locker-prägnant. 
  • Welche Praxisbeispiele relevant sind. 
  • Welche Tiefe angemessen ist. 

Du musst dir weniger Sorgen um Formulierungen machen, weil du weißt, worauf es ankommt. Und du wirst merken: Deine Präsentation wirkt fokussiert, klar und professionell – statt überladen und unstrukturiert. 

Vom Dreieck zur Klarheit 

Fassen wir zusammen: Bevor du eine Folie öffnest, male dir ein Dreieck auf ein Blatt Papier. 

  1. Du und das Thema: Warum ist es dir wichtig? Was willst du erreichen? 
  2. Publikum und Thema: Was wissen sie? Was erwarten sie? Welche Pains haben sie? 
  3. Du und Publikum: Wie stehst du zu ihnen? Wie willst du in Erinnerung bleiben? 
  4. Der Kontext: Unter welchen Bedingungen findet die Präsentation statt? 

Wenn du diese Fragen schriftlich beantwortest, hast du die Grundlage für alles Weitere geschaffen. Dein Einstieg wird klarer, dein Hauptteil fokussierter, und dein Abschluss wirkungsvoller. 

Sichtbarkeit entsteht durch Vorbereitung 

Professionell präsentieren bedeutet nicht, perfekte Folien zu haben. Es bedeutet, dein Publikum zu verstehen, deine Botschaft klar zu definieren und dich selbst bewusst zu positionieren. 

Die Vorarbeit mit dem Dreieck ist der Schritt, den fast alle überspringen – und genau deshalb bleiben viele Präsentationen blass oder irrelevant. Wenn du dir aber diese Gedanken machst, wirst du schon beim Einstieg spüren: Dein Publikum ist bei dir. Sie hören dir zu. Und genau dann entsteht das, was Karrieren bewegt – Sichtbarkeit, Überzeugungskraft und die Chance auf dein nächstes Level. 

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